Newsletter No. 54

Liebe Grüne Freund*innen, Unterstützer*innen, Wähler*innen!

HAPPY BIRTHDAY, GRÜNE!

13.11.1981 – etwa zwei Jahre, nachdem sich die Hessen-Grünen beim Philipp gegründet hatten – war der Geburtstag der Lindener Grünen. Heute noch immer dabei: Renate Geiselbrechtinger – unser grünes Urgestein. Die grüne Ur-Mutter? Gefällt mir besser…. Einer der Gründerväter der Hessischen Grünen, Robert Kreuzinger-Ibe, erinnert sich im Gespräch mit Renate:

„Es war eine kleine Gruppe Lindener Bürger/innen, die am 13.11.1981 beschlossen, einen Ortsverband der Grünen zu gründen. Renate Geiselbrechtinger, Gerd Wiesmeier, Ute Mahn, Robert Schmitz, Eckhard und Gabi Gierschick u.a. waren die Gründungs-Mitglieder.

Lebhaft, mit einem Lächeln erzählt Renate, warum sie sich für die Grünen entschied. Der vor allem in wissenschaftlichen Kreisen, aber auch von Politikern und der Wirtschaft vielbeachtete Bericht des „Club of Rome“ von 1972,  „Grenzen des Wachstums“,  beeindruckte sie zutiefst. Die Wissenschaftler machten schon damals auf die begrenzten Ressourcen, die Ausplünderung der Welt durch gewissenlose  Industriestaaten und internationale Konzerne aufmerksam. Dann kam, wie als Beweis, 1973 die erst Ölkrise, 1979 die zweite. Die OPEC Staaten schnitten Israel und der westlichen Welt den Zugang zu ihrem Öl ab. Die Abhängigkeit von den Ölstaaten wurde überdeutlich. Die Verschmutzung der Natur, vor allem auch der Flüsse und der Luft durch ungebremste Produktion von Abgasen, Abwässern und Abfällen konnte man sehen und  riechen.

Die Politik und die Wirtschaft machten – außer sonntäglichen Fahrverboten – fast nichts. Es war höchste Zeit etwas Neues zu beginnen.

Die Folge: Vorläufer der Grünen Partei gründeten sich ab 1978 bundesweit.

Mit 7 Monaten bekam die Tochter von Renate Geiselbrechtinger Neurodermitis. Die übliche Kinderverpflegung in Gläschen vertrug das Baby nicht, Alternativen waren erforderlich. Ärzte waren ratlos – sie trat dem  Arbeitskreis „Allergiekrankes Kind“ bei und beschäftigte sich intensiv mit den Schadstoffen, denen schon Kleinkinder ausgesetzt sind. Mit Gerd Wiesmeier und Volker Heine, der schon kurz nach ihrer Gründung  der Grünen Partei beigetreten und für diese dann Jahrzehnte Fraktionsvorsitzender war, wurde die örtliche „Food-Cooperative“ gestartet. Vollwerternährung ohne Zucker war das Ziel.

Die Spielplätze, damals vernachlässigt, wurden zusammen mit anderen Eltern  erst einmal gesäubert, bevor man die Kinder spielen lassen konnte.

Zu „Atomkraft – nein danke“ Demos in Gießen war Teilnahme mit Kinderwägen angesagt. Aber auch in  Wackersdorf demonstrierten die Lindener, um die dort geplante Atommülldeponie zusammen mit der örtlichen Bevölkerung zu verhindern – erfolgreich!

Nicht ernst genommen wurde Volker Heine, als er als Streumittel gegen Schnee und Eis Splitt statt Salz forderte und selbst einsetzte.

Belächelt und abgelehnt wurden auch im Lindener Stadtparlament unzählige Anträge der Grünen, aber man gab nie auf.
Manche der Anträge wurden einige Zeit später im Parlament wieder eingebracht, von anderen Parteien, deren Ideen sie plötzlich waren.

In die Sitzungen des Parlaments gingen die Grünen besonders sorgfältig und gut gekleidet, um keine Angriffsfläche als „Strickfrauen“ oder  „Turnschuhpolitiker“ zu bieten.

Als die Robben in der Nordsee starben, gingen die „grünen“ Kinder mit bemaltem alten Betttüchern am Samstag demonstrieren, Vorgänger der heutigen „Friday for Future“ Bewegung. Mehr verlacht als ernst genommen demonstrierten die Lindener damals weiter.

Die Schülerin Greta Thunberg macht heute mit der von ihr gegründeten, inzwischen weltweiten Kampagne den Mächtigen „mächtig“ zu schaffen.

Eine selbstgemachte Schülerzeitung der 3. Klasse verbot die Schulleitung, waren die kleinen Redakteur*innen zu aufsässig in ihren Artikeln?

Renate Geiselbrechtinger ging seitdem mit den Lindener Grünen einen langen Weg, sie ist mit Volker Heine heute noch im Parlament, aktiv im Ausschuss für „Jugend, Soziales, Sport und Kultur“ tätig. Sie lacht viel und gerne und wird nur zornig, wenn sie keine Einsicht und keinen Fortschritt sieht. Was aber nicht die Hoffnung zerstört, mit ihrem Einsatz für die Natur und damit der Zukunft unserer Kinder einen Beitrag geleistet zu haben.

Heute hat  die Fraktion der Grünen 8 Sitze im Parlament, Renate Geiselbrechtinger ist eine von 5 starken Frauen.“

Wir gratulieren und verbeugen uns vor der Lebensleistung dieser Gründungsgeneration.

Dr. Christof Schütz

Jubiläum: 40 Jahre GRÜNE in Linden!

Juchu – Wir haben Geburtstag! Unser Glückwunsch geht insbesondere an Renate Geiselbrechtinger. Sie ist nicht nur Gründungsmitglied – sie unterstützt den Ortsverband aktiv seit der ersten Stunde und setzt sich unermüdlich für eine gesunde Umwelt für uns und unsere Kinder ein. Danke, Renate!

Ein Flyer aus den ersten Jahren…

Klausurtagung in Laubach 29./30.10.21

Hier ist unsere Pressemeldung dazu:

DIE ZEICHEN STEHEN AUF WANDEL

Die Dinge wandeln sich – und dieser Wandel zeigt sich auch bei den Lindener Grünen. Waren die vergangenen Wahlperioden zu großen Teilen noch geprägt von rigorosen Abwehr- und Verhinderungsaktionen der anderen Parteien („Grünen-Idee? – Abgelehnt!“), so zeigt sich nun nach dem grandiosen Wahlerfolg der Lindener Grünen in der Kommunalwahl im März: Es geht nicht mehr viel in Linden ohne die Beteiligung der zweitstärksten Fraktion. Vorsitz im Haupt- und Finanzausschuss (HFA), zwei Sitze im Magistrat, Vertreter der Stadt im Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke und damit zuständig für unser Lebensmittel No.1, acht Sitze im Parlament, mehr Frauen als alle anderen Fraktionen: Der Wandel ist unübersehbar.

Bei der Fraktionsklausur in Laubach, der ersten nach der erfolgreichen Kommunalwahl, konnte der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Dr. Christof Schütz, daher gleich vier „Neulinge“ begrüßen.

Zwei Tage standen den Lindener Grünen zur Verfügung, um gemeinsam mit Unterstützer*innen, Magistratsmitgliedern und Parlamentarier*innen die parlamentarische Arbeit der kommenden Monate zu planen. Dabei ging es um grüne Forderungen für die kommende Haushalts-Diskussion. Ein Novum in der Lindener Parlamentsgeschichte: Erstmals wird ein Doppelhaushalt für die Jahre 2022 und 2023 verabschiedet werden. Dadurch weitet sich der zeitliche Horizont, die Planung der politischen Arbeit muss sich diesem Zeitrahmen anpassen.

„Wenn wir uns dem Ziel der Klimaneutralität 2030 annähern wollen“, (eine Forderung der Lindener Grünen zur Kommunalwahl), „dann müssen wir die Weiche jetzt stellen“, so Katrin von der Decken in ihrem Plädoyer für nachhaltige Veränderungen in der Lindener Politik. So werden voraussichtlich in 2023 die Gelder für die Beteiligung am Windpark in Staufenberg aktiviert – und damit wird ein weiterer Schritt in Richtung CO2-Neutralität getan. Dazu zählt auch die Bereitstellung von Geldern für die Verbesserung von Rad- und Fußwegen – „auch da ist noch viel Luft nach oben“, zeigt sich Dr. Barbara Ibe kämpferisch.

Intensive Diskussionen gab es im Rahmen der Thematik „Öffentlicher Personennahverkehr“. Die Ausweisung einer einzelnen neuen Bushaltestelle löst die entscheidenden Probleme des ÖPNV in Linden nicht:

  1. Die Überfüllung von Bussen während der Stoßzeiten, in denen Schüler*innen zum Teil nicht mehr in den Bus einsteigen können.
  2. Die schlechte Andienung Lindens, hier insbesondere des Lindener Bahnhofs, am Wochenende.
  3. Die vergleichsweise langen Fahrzeiten, die auf Grund der Strukturen des bisherigen Fahrplans das Busfahren für Berufspendler*innen und Studierende oft vollkommen unattraktiv macht.

Daher wird es in Zukunft darum gehen, gemeinsam mit dem Klimaschutzmanager (auf Initiative der Grünen eingestellt) beispielsweise das Bürgerbus-Angebot (ebenfalls durch die Grünen beantragt) weiter auszuweiten, vor allem aber auch gemeinsam mit dem Landkreis und der Stadt Gießen eine neue Taktung des ÖPNV herzustellen. Nur so kann nach Ansicht des neugewählten Magistratsmitglieds Dennis Dern der Wandel umgesetzt werden: „Wir müssen den ÖPNV attraktiver machen – eine Schnellbusanbindung für Pendler wäre dazu ein wichtiger Schritt!“ – Aber all das setzt eben voraus, dass man über belastbare Zahlen verfügt, die aus dem seit Jahren von den Grünen geforderten Verkehrskonzept zu gewinnen wären – wenn der Bürgermeister die vom Parlament beschlossenen Aufträge endlich umsetzen würde.

Ein weiterer Schwerpunkt grüner Politik ist naturgemäß der Umwelt- und Naturschutz. Hier wird es um die Umsetzung einer Feldwege- und Baumschutzsatzung gehen. Die Frage der Waldbewirtschaftung muss neu diskutiert werden. Dass die Stadt selbst mit gutem Beispiel vorangeht und die Schotterwüsten auf eigenen Flächen auflöst, wurde zwar durch die Grünen eingebracht und längst beschlossen, aber wie immer hapert es an der Umsetzung durch den Bürgermeister.

So steht dem spürbaren Wandel die Untätigkeit und Verhinderungsmentalität des Verwaltungschefs entgegen. „So gesehen hat sich in der Lindener Politik nichts geändert. Das hatten wir vor 40 Jahren schon“, so Renate Geiselbrechtinger, Urgestein und Gründungsmitglied der Lindener Grünen, Parlamentarierin der ersten Stunde.

Aber die Lindener Grünen haben gezeigt, dass systematisches, nachhaltiges und qualifiziertes politisches Handeln in der Bevölkerung ankommt. „Von den Bremsern in der Lindener Politik lassen wir uns nicht irre machen. Wir müssen hier unseren Beitrag leisten, dass der Klimawandel aufgehalten wird. Wer jetzt nicht handelt, hat nichts kapiert“, so Dr. Christof Schütz. In seinem Abschluss-Statement machte Axel Globuschütz noch einmal deutlich, was die Lindener Grünen auszeichnet: „Sehr beeindruckt bin ich immer von der hohen Intensität der Diskussion und dem wertschätzenden, respektvollen Umgang miteinander – auch wenn abweichende Meinungen und Überzeugungen aufeinandertreffen.“ –

Das ist der grüne Beitrag zum Wandel in der politischen Arena gegen Hass und Hetze.

V.i.s.d.P: Dr. Christof Schütz,
Am Lückenberg 18, 35440 Linden

Newsletter No. 53 – Einladung »Ins GRÜNE«

Liebe Grüne Freund*innen, Unterstützer*innen, Wähler*innen!

Wir wollen das jetzt nicht zur Gewohnheit werden lassen, jede Woche einen neuen NEWSLETTER. Aber dieser hier ist nötig, weil wir wieder in die Öffentlichkeit wollen – solange es Corona zulässt.

INS GRÜNE:

Unser Wald – Zustand, Schäden, Hoffnung, Zukunft

Samstag, den 9.10.2021, 11:00Uhr
Waldspaziergang mit Förster Sennstock
Treffpunkt: Parkplatz am TSG-Sportplatz in Leihgestern
Dauer: etwa 1,5 Stunden

Die Folgen des Klimawandels sind auch im Lindener Wald nicht mehr zu übersehen.
In Zeiten des Temperaturanstiegs gewinnt der Wald aber auch für unser Mikroklima an Bedeutung.
Wie begegnen wir dieser Herausforderung? Wie forsten wir auf? Welche Baumarten sind resistent gegen die zunehmende Trockenheit? Ist es noch zu verantworten, alte Bäume aus dem Bestand zu entnehmen?
Müssen wir unser Verständnis von Waldwirtschaft korrigieren?
Diesen Fragen (und gerne auch anderen) wollen wir gemeinsam nachgehen und versuchen Antworten zu finden.

Teilnahme ist kostenlos!
Anmeldung über gruene-linden@t-online.de
Bitte beachten Sie die einschlägigen Hygieneregeln (Abstand und Maske, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.)

Euer/Ihr

Dr. Christof Schütz

Newsletter No. 52

Liebe Grüne Freund*innen, Unterstützer*innen, Wähler*innen!

Gar nicht so einfach, nach dieser Wahl eine abgewogene Bewertung zu formulieren. Was für irre Wendungen!

Ja – die Grünen haben gewonnen. Fast sechs Prozent Zuwachs, 118 Sitze. Das ist ein stolzes Ergebnis.
Ja – die Grünen haben Machtoptionen gewonnen. Unter den gegebenen Umständen mag das verhandlungstechnisch sogar eine ganz komfortable Situation sein. Wenn die Einen nicht wollen, verhandeln wir eben mit den Anderen.
Aber…

…nein – wir haben es offenbar nicht geschafft, weitere Wählerschichten davon zu überzeugen, dass es jetzt „um die Wurst“ geht, dass jetzt die wichtigen Schritte getan werden müssen, wenn wir noch das Klimaziel von Paris retten wollen (Und das ist ja längst nicht gut!). Frust für alle, die mal an 28% geglaubt haben.

…nein – das war kein guter Wahlkampf, das war eine unerfreuliche Mischung aus persönlichen und strukturellen Fehlern. Da waren die unansehnlichen Plakate und das unsägliche »Kein-schöner-Land« noch die geringsten Probleme. Das ist schade und extrem bedauerlich.

Aber…

…wir in Linden haben das zweitbeste Ergebnis im Landkreis geholt: 17,3% aller Stimmen entfielen auf BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (nur Heuchelheim hatte mehr: 17,9%). Damit haben wir den Bundestrend übertroffen.

…bei uns hat die grüne Kandidatin für das Amt der Landrätin 22,5% der Stimmen erhalten – ziemlich genau ihr Gesamtergebnis. Also: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.

…bundesweit ist zumindest eine Chance auf Gestaltung der Zukunft entstanden. Wir werden auch da wieder Kompromisse eingehen müssen und uns über die FDP ärgern. Aber Recht haben alleine ist auch noch keine Lösung.

 

Für uns in Linden muss es jetzt darum gehen, in der Stadt die Weichen richtig zu stellen. Ackerland vor Versiegelung zu bewahren, Klimaneutralität zeitnah zu erreichen, den Energieverbrauch zu drosseln, Wald, Feld und Wiesen zu schützen, den Radverkehr neu zu organisieren, den ÖPNV zu verbessern.

Wer möchte dabei helfen? Wir freuen uns über alle Menschen, die mit uns gemeinsam an diesen Zielen arbeiten wollen. Es gibt genug zu tun – denn nach der Wahl ist vor der Wahl. Meint jedenfalls

Euer/Ihr
Dr. Christof Schütz