07.07.2021: Ackerland schützen…

… damit sind wir nicht allein! Auf unsere Einladung hin haben sich rund 80 Menschen auf den Weg gemacht, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Dr. Philipp Weckenbrock sprach vor Ort über den unersetzlichen Wert des Bodens – bester Ackerboden an dieser Stelle – der nach einer Bebauung unwiederbringlich verloren geht. Er entwarf stattdessen neue Zukunftsperspektiven durch Agroforstsysteme: Bei dieser Nutzungsform werden Gehölze mit Ackerbau kombiniert werden, die sich so gegenseitig ökologisch und ökonomisch positiv beeinflussen. Mit dabei waren auch Kerstin Gromes, die grüne Landratskandidatin, sowie der grüne Gießener Oberbürgermeisterkandidat Alex Wright – die beide eine Gewerbefläche dieser Größenordnung für den Pfaffenpfad klar ablehnen.
Unterstützt wurde die Aktion durch die Bürgerinitiative Lützellinden, die zahlreiche Vertrerter*innen entsendete und die bereits im Vorfeld einige Bewegung in die Planung für die Lützellindener Flächen gebracht hat.
Wir Lindener GRÜNE, das betonte unser Fraktionsvorsitzende Dr. Christof Schütz, werden auf jeden Fall alles daran setzen, die großflächige Versiegelung des Pfaffenpfad zu verhindern!

Newsletter No. 49

INS GRÜNE:

»Pfaffenpfad versiegeln?«

Liebe Grüne Freund*innen, Unterstützer*innen, Wähler*innen!

Es droht Ungemach! Wenn wir nicht aufpassen, haben wir demnächst im Pfaffenpfad vor unserer Haustür ein weiteres Areal von 39 ha zwischen Linden und Lützellinden, das auf die Ansiedlung eines Logistikzentrums abzielt. Dafür sollen 39 ha bester Ackerboden zubetoniert werden. Und wofür?

Damit noch mehr Päckchen und Pakete noch mehr Autos, Lärm, CO2 und Verkehr erzeugen? Damit Fuchs und Hase endgültig »Gute Nacht« sagen können – weil es keinen Lebensraum mehr für sie gibt? Damit unsere Landwirte auch ganz gewiss keine Landwirtschaft mehr betreiben können – Essen kommt ja aus der Gefriertruhe?

Wollen wir nach dem Desaster um die »Langsdorfer Höhe« in Lich jetzt auch in Linden diesen rückwärtsgerichteten ökologischen und ökonomischen Unsinn mitmachen?

Das darf nicht sein. Daher findet am

Mittwoch, dem 7.7.2021, 19:00Uhr,

in der Gemarkung Lützellinden ein Treffen interessierter Bürger*innen, Parlamentarier*innen und der BI Lützellinden statt.

»Ackerland im Pfaffenpfad – versiegelt durch Gewerbegebiet?«

Referent: Dr. Philipp Weckenbrock
Wiss. Mitarbeiter des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der JLU Gießen
Forschungsschwerpunkte:
Agroforst – Agrarökologie – Solidarische Landwirtschaft – Ernährungssysteme

AnfahrtDie Anfahrt erfolgt über Lützellinden – Vereinshaus. Dort auch gibt es auch Parkmöglichkeiten.
Der Treffpunkt liegt in Verlängerung der Hörnsheiner Straße, ca. 500 m im Feld.

Hier ein Link fürs Handy: https://goo.gl/maps/hZdAASSn9D3UxRZE6

Wir hoffen, dass sich Menschen auf den Weg machen, um Ihrem Widerstand gegen dieses Wahnsinnsprojekt Ausdruck zu verleihen.

Das erwartet

Euer/Ihr

Dr. Christof Schütz

Einladung im Pdf-Format

 

Tag des Gartens…

Heute ist der Tag des Gartens – ein guter Anlass, über die Bedeutung unserer Gärten nachzudenken! Egal wie groß oder klein sie sind – sie haben ein enormes Potenzial, sich  zu ökologischen Oasen zu entwickeln. Sie tragen dann nicht nur messbar stärker zu unserer Erholung bei, sondern sind auch ein entscheidender Baustein für Klimaschutz und biologische Vielfalt. Gerade jetzt lässt sich draußen gut beobachten, wie viele unterschiedliche Insekten eine einzige Pflanze besuchen können!

Wichtige Voraussetzungen für einen ökologisch wertvollen Garten sind:

Kein Gift: Wenn wir alle Schnecken, Läuse und Raupen in unserem Garten vernichten, schädigen wir damit auch alle anderen Tiere im Umfeld – entweder durch die direkte Giftwirkung oder aber durch den Entzug ihrer Nahrungsgrundlage. In einem naturnahen Garten stellt sich von selbst ein Gleichgewicht ein und Vögel, Igel und Marienkäfer helfen uns, die weniger erwünschten Tiere im Zaum zu halten.

Keine Bodenversiegelung: In einer Handvoll Waldboden gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde. Neben den Kleinstlebewesen sind das auch Larvenstadien von zahlreichen Insekten, wie z.B. Wildbienen oder Heuschrecken. Offener Boden nimmt wie ein Schwamm das Regenwasser auf und kann Kohlenstoff binden. All das ist nur möglich, wenn Sauerstoff und Regenwasser – aber auch z.B. Insekten zur Eiablage oder Regenwürmer zur Nahrungsaufnahme – die Grenze zwischen Oberfläche und Boden überwinden können und nicht durch Vlies oder Beton daran gehindert werden!

Weniger ist mehr: Mit weniger Mähen, Schneiden und Jäten erhalten wir mehr Blüten und Wildpflanzen, die Nahrung und Unterschlupf für zahlreiche Tierarten bieten. Rasen kann sich zu einem attraktiven Blührasen entwickeln, wenn Wildkräuter wie Gänseblümchen, Veilchen, Günsel, Ehrenpreis, Hahnenfuß, Braunelle und viele andere toleriert werden und er vor jedem Mähen ein bisschen wachsen darf. Oder ein Streifen Wiese wird sogar nur ein- bis zweimal jährlich geschnitten – hier kommen auch die höher wachsenden Wildpflanzen zur Blüte.

Heimische Gehölze und Stauden: Unsere Tierwelt ist hochgradig an die hier heimischen Pflanzen angepasst, Zierpflanzen wie Thuja und Kirschlorbeer sind für sie nahezu wertlos. Auch die durch Zucht veränderten „gefüllten“ Blüten vieler Zierpflanzen können kaum von Insekten genutzt werden: Die pollenspendenden Staubfäden der Blüten wurden zu zusätzlichen Blütenblättern umgezüchtet und spenden weder Pollen noch Früchte. Daher locken heimische Pflanzen ungleich mehr Insekten, Vögel und Kleinsäuger in den Garten!

Keine Blumenerde mit Torf: Moore sind wertvolle und einzigartige Kohlenstoffspeicher unserer Erde. Leider bestehen unserer Blumenerden häufig immer noch größtenteils aus Torf – meist aus den letzten Mooren in Osteuropa. Den Mooren und dem Klima zuliebe können wir darauf verzichten und torffreie Erden – oder aber Erde aus dem eigenen Garten verwenden.

Und spätestens wenn  – mit morschem Holz, Lesesteinhaufen, kleiner Sandgrube, oder sogar einem kleinen naturnahen Teich –  unterschiedliche Bereiche geschaffen wurden, ist die Oase für Mensch und allerlei andere Bewohner perfekt!

Der Trauerrosenkäfer breitet sich bei uns aus – sehr wahrscheinlich eine Folge der Klimaerwärmung.

Auch der wärmeliebende Pinselkäfer ist mittlerweile bei uns regelmäßig anzutreffen.

Ein Kleiner Schmalbock?

Auch ein Gefleckter Schmalbock interessiert sich für die Blüte.

 

… und um die biologische Vielfalt außerhalb des Siedlungsraums in Feld und Flur geht es bei unserem nächsten Online-Vortrag und anschließende Diskussion mit Dr. Heino Steinmetz. Alle sind herzlich eingeladen (den Link erhaltet ihr nach der Anmeldung).

25.06.2021, 19:30 Uhr
»Feldwege und Gräben als Verbundelemente in der Feldmark«
Online-Diskussionsabend
mit Dr. Heino Steinmetz
(Link zur Veranstaltung über gruene-linden@t-online.de)

Was wird aus unseren Feldwegen?

Meist gehen wir über sie hinweg, ohne genau hinzusehen: Feldwege sind einfach da und dienen der Bewirtschaftung von Feldern, Wiesen und Weiden. Dabei hat dieses Wegenetz noch viel mehr zu bieten: Feldwege haben eine enorme Bedeutung für die biologische Vielfalt der Feldflur.

Zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sind stark an das Offenland angepasst und können weder Städte oder Dörfer, noch die Waldgebiete bewohnen. Aber: Acker und Grünland bieten heute nur sehr wenigen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Durch häufige Bearbeitung, Schnitt, Dünger und Pflanzenschutzmittel haben wilde Arten kaum mehr eine Chance; Ackerwildkräuter wie der Frauenspiegel kämpfen um ihr Überleben. Blütenreiche Wiesen, die nur zweimal im Jahr gemäht werden, sind selten geworden – kaum eine hohe Glatthaferwiese wiegt sich noch im Wind. Entsprechend dramatisch ist der Rückgang der Insekten und aller Tiere, die auf diese Nahrungsgrundlage angewiesen sind oder die Schutz im hohen Gras finden.
So sind die Feldwege, Gräben und Wegränder über weite Flächen die letzten verbliebenen Vernetzungselemente und Rückzugsgebiete für Wildpflanzen und Tiere.

Höchste Zeit also, dass wir uns näher mit den Feldwegen in Linden befassen und uns ansehen, wie gut es bei uns um ihre ökologische Funktionen bestellt ist. Denn: Auch in Linden sind in den letzten Jahren Feldwege verschwunden, sie haben sich in Ackerland verwandelt. Manche Wege werden wie das umgebende Grünland bewirtschaftet, gemäht und gedüngt. Wege angrenzend an den Siedlungsraum werden als Zierrasen kurzgehalten. So sind blütenreiche Wege mit hohem Graswuchs auch bei uns sehr rar, selbst Wegsäume kommen kaum mehr zur Blüte.

Wir haben Dr. Heino Steinmetz, Sprecher des Arbeitskreises Lebensraum Feldwege im Landkreis Gießen, eingeladen, um mehr über Feldwege, Gräben und Wegränder zu hören und um zu erfahren, wie wir ihre ökologischen Funktionen schützen und verbessern können. Wir sind sehr gespannt und freuen uns auf den Online-Vortrag und die anschließende Diskussion. Alle am Thema Interessierten sind herzlich eingeladen!

25.06.2021, 19:30 Uhr
»Feldwege und Gräben als Verbundelemente in der Feldmark«
Online-Diskussionsabend
mit Dr. Heino Steinmetz
(Link zur Veranstaltung über gruene-linden@t-online.de)

In der regionalen Presse wurde über den Schutz der Feldwege bereits mehrfach berichtet (z.B. 2017; 2020). Der Arbeitskreis Feldwege hat mittlerweile ein Positionspapier dazu erarbeitet.

 

8. Mai 2021: Ein Graben – muss der so gemäht werden?

 

8. Mai 2021, erste Mahd: Ist das hier noch ein Feldweg?

 

1. Juni 2021, zweite Mahd: Die gleiche Stelle – wo gibt es Deckung und Wildblüten?

 

3. Juni 2021: Ups – hier sollte laut Katasterkarte doch ein Feldweg zum Strommast verlaufen?

 

3. Juni 2021: Google Maps zeigt hier einen Weg an – vor Ort endet er jedoch im Feld?