Newsletter No. 58

Liebe Grüne Freund*innen, Wähler*innen, Unterstützer*innen!

Da dachten wir, der Frühling kommt. Stattdessen gibt es einen Wintereinbruch in Linden mit mehr Schnee als im ganzen vergangenen Winter.

Da dachten wir, die Menschheit hätte nach all den Erfahrungen mit Corona-Lockdown, steigenden Energiekosten, den schrecklichen Klimafolgen im Ahrtal und anderswo begriffen, dass es so nicht weitergehen kann. Stattdessen müssen wir erneut über die Verlängerung der Laufzeit von Kohlekraftwerken, sogar über Atomkraft als »grüne« Energie diskutieren. Unfassbar.

Nun könnte man denken, das ist große Politik. Das liegt außerhalb unseres Einflussbereiches. Da kann man nix machen. Aber selbst in der Lokalpolitik ist ein solch dramatischer Rückfall in die alten Denkmuster zu besichtigen.
Im neuen Regionalplan 2021 werden der Stadt ca. 50 ha Ackerland zum Versiegeln mit Gewerbeflächen zur Verfügung gestellt – aber das reicht den Damen und Herren noch nicht. Eine unheilige Allianz aus CDU und FW und FDP verlangt, dass es noch wesentlich mehr sein soll im Pfaffenpfad. Auch die 28 ha Ackerfläche, die wir mit Wohnbebauung zerstören sollen: reicht auch nicht. Da sollen es mindestens nochmal 10, 12 ha zusätzlich sein. Und weil das immer noch zu wenig ist, nehmen wir noch einen Nachschlag von 30 % on top. Ja, geht ́s noch?

Nix verstanden. Intellektuelle Kernschmelze.

Nun ist der zu Grunde liegende Regionalplan bereits komplett überdimensioniert. Aber das, was eine unselige Mehrheit in Linden fordert, ist ein kompletter Irrsinn. Von wegen »Optionen offen halten«? Optionen zur Zerstörung von wertvollstem Ackerland? Optionen für noch mehr Verkehr? Noch mehr Wachstum, das noch mehr Ressourcen benötigt? Optionen für die weitere Zerstörung von Lebensraum für bedrohte Arten?

Verzweifeln möchte man.

Dem gegenüber steht die Bereitschaft der Lindener Bevölkerung, sich wie 2015 in der Flücht- lingskrise auch jetzt wieder zu engagieren. Lindener Bürger*innen öffnen ihre Geldbeutel, Herzen und Häuser für Menschen, die alles verloren haben, die in Sorge um das Leben ihrer Angehörigen sind. Deren Existenz sich von einem Tag auf den anderen in ein heilloses Chaos verwandelt hat. Da steht unsere Stadtgesellschaft zusammen und hilft. Wie gut!

Das gibt Anlass zur Hoffnung.

Darauf, dass sich am Ende nicht die Gewalt eines Putins durchsetzt. Darauf, dass die Menschen Frieden wollen.
Darauf, dass das Gute, dass die Klugheit überwiegt.

Dann können wir vielleicht auch darauf hoffen, dass auch in der Lindener Stadtpolitik die Ein- sicht reift, nicht die Äcker zuzubetonieren, die wir zum Getreideanbau brauchen.

Das hofft jedenfalls Euer/Ihr
Christof Schütz

PS: Nach wie vor benötigen wir Eure Hilfe – Eure Ideen, Eure Köpfe – damit es in Linden besser, grüner, klüger zugeht.

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