Aktuelles von der Viadukterweiterung

Quelle: http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/linden/macht-ein-konzept-macht-keine-loecher_17981736.htm

 

Linden, den 22.06.17

„Macht ein Konzept, macht keine Löcher“

Baugebiet und Viadukterweiterung weiterhin heikles Thema / Kindergartenneubau jetzt wischen Schule und Regenbogenland in der Planung

LINDEN – (ee). Noch in der Maisitzung der Stadtverordneten war eine Feriensondersitzung zum Kindergartenneubau in Linden am Standort Spielplatzgelände des neuen Regenbogenlandes diskutiert worden. Das ist jetzt hinfällig. Die Eigentümer der Wohnanlage Am Festplatz sprachen sich in einer Eigentümerversammlung mehrheitlich gegen eine Grenzbebauung auf dem bisherigen Regenbogenland-Areal aus. Nunmehr wird Plan B favorisiert, meinte der Erste Stadtrat Norbert Arnold, der den im Urlaub weilenden Bürgermeister während der Stadtverordnetenversammlung vertrat. „Das heißt, es bleibt alles, wie es ist. Der Standort ist jetzt zwischen Regenbogenland und Wiesengrundschule. Dort gibt es noch eine freie Fläche, die die Eigentümerin bisher nicht verkaufen wollte, nun aber bereit ist, zu verkaufen.“

Weiterhin teilte Arnold mit, dass damit zwei oder gar vier Bauplätze im Neubaugebiet „Nördlich Breiter Weg“ wegfielen, da diese für den Neubau benötigt würden. Geändert werden müsste diesbezüglich der Bebauungsplan, was schnell gehe. „Wenn man es nicht vorher gewusst hätte!? Bereits bei der Grunddiskussion hatten wir auf eine Bebauungsplanänderung hingewiesen, doch dies wurde abgelehnt, weil ja alles ganz schnell gehen muss. Und jetzt? Man hätte alles planen können, was nun wieder hopplahopp durchgepaukt wird“, beanstandete Schütz, während Arnold darauf verwies, dass er die Kritik nicht verstehe, es ginge kaum Zeit verloren.
FW-Fraktionsvorsitzender Hans Bausch fragte nach, ob die Käufer der Bauplätze bereits über diese neue Sachlage informiert worden seien. Dem hielt Arnold entgegen, dass die Nachbargrundstücke noch nicht verkauft worden seien.
Die beschlossene Aufweitung des Bahnviaduktes in der Nikolaus-Otto-Straße, das die Zufahrt zum Forst gewährleistet, war weiteres Thema der Stadtverordneten. Die Bausumme, die die Bahn für die Sanierung und Erweiterung des Bahnviaduktes veranschlagt, immerhin 2,02 Millionen Euro müssen vollständig im Etat abgebildet werden, allerdings ohne Konsequenzen. Bisher sollte nur eine Verpflichtungsermächtigung für 2018, den angestrebten Baubeginn, über 273 000 Euro für die Planung eingestellt werden. Diese Zahl mussten die Stadtverordneten jetzt in einem Nachtrag zum Etat 2017 auf Geheiß der Kommunalaufsicht auf 2,02 Millionen Euro aufstocken. So viel soll das Gesamtbauwerk kosten, allerdings trägt die Stadt weniger als die Hälfte der Summe, so ist es jedenfalls geplant. Die Aufweitung des Bahnviaduktes soll auch dazu dienen, im Falle der weiteren Erschließung im Baugebiet „Nördlich Breiter Weg“ den späteren Verkehr abfließen zu lassen. Viel diskutiert wurde die Maßnahme, die Hauruck im vergangenen Jahr beschlossen worden war, weil die Bahn einen entsprechenden Vertrag für die Ausweitung einforderte und früher als erwartet beginnen möchte. Der Vertrag mit dem Beförderungsunternehmen soll jetzt noch im Juni geschlossen werden.
Arnold verwies gestern noch einmal auf Nachfrage des Anzeigers darauf, dass es etliche Zuschüsse zur Baumaßnahme geben werde.
„Es wird sie nicht überraschen, dass wir den heftigsten Widerstand gegen diese Entscheidung leisten“, setzte allerdings Christof Schütz zum Rundumschlag im Parlament an. „Es wird hier ein Loch gegraben, das hinten und vorne eng ist. Ein kleines Loch und eine große zuführende Straße – es werden also weitere Kosten auf die Stadt zukommen“, kritisierte Schütz. Er forderte den Magistrat dazu auf, die künftigen Grundstückseigentümer im Neubaugebiet „Nördlich Breiter Weg“ darüber zu informieren, dass bei ihnen eine Umgehungsstraße, „wenn auch erst in zehn Jahren“, vorbeiführen wird. „Wenn man das will, dann muss man das auch laut sagen. Macht ein Konzept, macht keine Löcher. Doch wir beschließen hier 2,02 Millionen für ein 2,5-Meter-Loch – ich würde das als Sommerloch bezeichnen.“ Die Grünen fordern seit Langem ein Verkehrskonzept für Linden, konnten sich aber bisher nicht durchsetzen. Sie stehen gemeinsam mit den Freien Wählern seit Planung der Ausweitung dem Vorhaben kritisch gegenüber.
Mit den Stimmen von CDU/SPD gegen das Votum von FW/Grünen und bei Enthaltung der FDP wurde der Nachtragshaushalt und damit die Ausweitung des Bahnviadukts allerdings auf den Weg gebracht.

 


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